Fachbereiche der Psychologie
Bevor wir hier weiter auf die einzelnen Fachbereiche der Wirtschaftspsychologie eingehen wollen wir einen kurzen Überblick über die Definition der Wirtschaftspsychologie sowie einen Abriss der Entwicklungs- bzw. Entstehungsgeschichte der Wirtschaftspsychologie geben.
Definition von Wirtschaftspsychologie
Die Psychologie an sich hat das Erleben und vErhalten von Individuen zum Untersuchungsgegenstand. Das Erleben sind dabei die Prozesse, die die Gefühls- und Gedankenwelt des Menschen beeinflussen. Das Verhalten in alle angeborenen und angelernten Aktivitäten des Menschen. Die Wirtschaftspsychologie untersucht nun das Verhalten und Erleben der Menschen in wirtschaftlichen Zusammenhängen. Traditionell hat die Psychologie ihre Schwerpunkte im klinischen Bereich und daher bestanden lange Zeit und tun es heute immer noch, Bedenken gegen die Untersuchung von menschlichen Verhalten in wirtschaftlichen Zusammenhängen.
Entwicklungsgeschichte der Wirtschaftspsychologie
Die noch recht junge Disziplin der Wirtschaftspsychologie hat Ihre Ursprünge in zwei verschiedenen Traditionen. Die eine ist die sogenannte "Psychologische Ökonomie". Dieses versuchte mit Hilfe von psychologischen Konstrukten ökonomische Aussagen zu untermauern bzw. zu beweisen.
Die zweite Tradition, die "Ökonomische Psychologie" bzw. "Wirtschaftspsychologie" hat den umgekehrten Schritt vollzogen und untersucht den Einfluss ökonomischer Variablen auf das Erleben und Verhalten von Menschen im gesamtwirtschaftlichen Kontext und im unternehmerischen Kontext.
Die Disziplin der Wirtschaftspsychologie entwickelte sich in drei "Schüben". Hugo Münsterberg gilt als „Vater der Wirtschaftspsychologie“. Er setzte den Schwerpunkt auf eine empirisch-experimentell ausgerichtete Forschung, die vor allem die sozialpsychologische Forschung bis heute prägt. Der zweite Schub wurde von Kantona in den USA und Reynaud in Frankreich angestossen. Diese widmeten sich in erster Linie makroökonomischen Prozessen. Neben der angloamerikanischen "economic psychology" in der Tradition von Kantona hat sich im deutschsprachigen Raum seit den 80er Jahren eine Wirtschaftspsychologie entwickelt, die vornehmlich sozialpsychologische Erkenntnisse nutzt, um wirtschaftliches Verhalten zu erklären und vorherzusagen.
Überblick über die Fach- bzw. Teildiszipline der Wirtschaftspsychologie
Die Wirtschaftspsychologie ist eine spannende und sich stetig entwickelnde Disziplin. Sie läßt sich grob in zwei Teilbereiche untergliedern. Diese wiederum haben mehrere Unterbereiche. Die folgende Auflistung zeigt wie umfassend die eigentlich noch recht junge Disziplin ist. Die meisten Studiengänge die an deutschen Hochschulen angeboten werden, konzentrieren sich aber im wesentlichen nur auf die Betrachtung von psychologischen Prozessen im mikroökonomischen Zusammenhängen und dort insbesondere auf den Bereich der Arbeits- und Organisationspsychologie.
- Psychologie makroökomischer Prozesse
- Psychologie wirtschaftlicher Entwicklung
- Psychologie entwickelter Gesellschaften
- Psychologie des Geldes
- Psychologie mikroökonomischer Prozesse
- Arbeits- und Organisationspsychologie
- Psychologie der Arbeit
- Psychologie der Organisation
- Markt- und Konsumpsychologie
- Psychologie des Angebotes
- Psychologie der Nachfrage
- Arbeits- und Organisationspsychologie
Weitere Details zu den einzelnen Teildisziplinen finden Sie auf den Folgeseiten.

